Mona Yahia

Projekt "Between the Worlds"

Die Geschichte ist im Nahen Osten angesiedelt und handelt, in vier Episoden, von einer jüdischen Familie im 20. Jahrhundert. Im Zentrum steht jeweils ein Tag im Leben einer Figur:

November 1918 - Mossul, Nord-Mesopotamien (wenige Tage nach Ende des Ersten Weltkriegs).
Die Hauptfigur der Geschichte ist Hayim, ein jüdischer Arzt und osmanischer Beamter.  Ein Zusammenstoß zwischen ihm und einem Offizier am vorangegangenen Abend macht ihm (wegen möglicher Konsequenzen) Sorgen.  In der Folge kommt es zu einem Vertrauensbruch zwischen Hayim und dem Wali - sein langjähriger osmanischer Vorgesetzter und zugleich sein Patient und Freund.  Die beiden Ereignisse konfrontieren ihn mit der Frage, ob er zusammen mit der gesamten örtlichen Administration nach Istanbul zurückkehren oder in Mossul bleiben soll, das kurz vor Einnahme durch die britische Besatzungsmacht steht.

Frühling 1936 - Tel Aviv, Palästina.
Rebecca, Hayims Tochter, hat sich in Bagdad von ihrem Mann scheiden lassen - wegen dessen Affäre mit ihrer Schwester Serafine.  Sie wandert nach Palästina aus, um dort ein neues Leben anzufangen, und lässt ihre 4-jährige Tochter, Khatoun, bei ihrem Mann zurück.  Einige Monate später kommt Serafine nach Tel Aviv, um - noch vor ihrer Hochzeit mit Rebeccas ehemaligen Mann - mit ihrer Schwester Frieden zu schließen.  Erst am letzten Tag offenbart sich ein ganz anderes Ziel von Serafines Besuch.

Oktober 1973 - ein isräelisches Militärlager im Sinai.
Yasmin will ihrer überfürsorglichen Mutter, Khatoun, in London entkommen und entscheidet sich daher mit 18, nach Israel zu gehen, um dort Militärdienst zu leisten.  Ihr Ehrgeiz bringt sie bis zum Offizierskurs, ihre Arabisch-Kenntnisse (der Sprache, welche die Familie zu Hause spricht) zum Nachrichtendienst in ein Militärlager im Sinai.  Anfang Oktober werden dort die Wochenendurlaube für die Soldaten abgesagt.  Yasmin sucht einen Weg, um mit ihrem englischen Freund in London zu sprechen.  Sämtliche Telefonleitungen sind jedoch für wichtigere Zwecke besetzt: Es ist der Abend vor Yom Kippur - und alle im Lager wissen, was in Israel noch niemand ahnt: dass am nächsten Tag der Krieg ausbricht.

Mai 1998 - Istanbul.
Lily, Yasmins jüngere Schwester, lebt in London und hat ihre Mutter, Khatoun, zu einer Fahrt nach Istanbul eingeladen.  Zusammen begeben sie sich auf die Suche nach Spuren des Ur- bzw. Großvaters, Hayim, der zu Beginn des Jahrhunderts dort Medizin studierte.  Daneben verfolgt Lily noch ein weiteres, bisher unausgesprochenes Reiseziel: Sie will ihrer Mutter endlich erzählen, dass sie mit dem HIV-Virus infiziert ist.  Khatoun aber, die sich in den 1940er Jahren in dieser Stadt mehrfach mit ihrer Mutter, Rebecca, traf, wird von Erinnerungen überschüttet - vor allem jenen an die Scheidung der Eltern, die ihre Kindheit mit Schmerz und Scham überschattet hat.

Im Kern jeder Geschichte entfaltet sich eine Auseinandersetzung zwischen zwei einander nahestehenden und aneinander gebundenen Figuren  (zwei Freunde; zwei Schwestern; ein junges Liebespaar; Mutter und Tochter).

Der Schauplatz ist für jede der Figuren eine neue bzw. provisorische Umgebung, sei es auf Grund beruflicher Versetzung (Teil I), Auswanderung (Teil II), militärischer Besatzung (Teil III) oder touristischer Visite (Teil IV).  Dieser gemeinsame Nenner der einzelnen Episoden reflektiert zudem Aspekte der Entwurzelung der arabischen Juden im 20. Jahrhundert und wirft Fragen nach der regionalen Zugehörigkeit und Identität (jüdische, arabische, westliche) auf.

Biografie

1954 - geboren in Bagdad/Irak
1970 - Flucht aus dem Irak
1971 - Immigration nach Israel
1972-74 - Militärdienst
1974-77 - Studium an der Universität in Tel Aviv in den Fächern Psychologie und Französich (B.A.)
1977-78 - Einjähriger Aufenthalt in Paris
1978-80 - Studium der Klinischen Psychologie an der Universität
in Tel Aviv (M.A.
1980-85 - Arbeit als Psychologin in Tel Aviv
1985 - Ankunft in der BRD
1986-1992 - Besuch der Hochschule der Bildenden Künste in Kassel,
bei Professor Harry Kramer, mit Abschluß
Seit 1997 in Köln - Tätigkeit als interkulturelle Trainerin, mit Schwerpunkt Israel (Auftraggeber u.a. Siemens AG, Münchner Rückversicherung, M+W Zander, VW, Bundeswehr etc.)
1999-2002 - Teilnahme an div. Kunstausstellungen
2000 - Veröffentlichung: "When the Grey Beetles Took over Baghdad".  Ein Roman über jüdisches Leben in Bagdad in den 1960er Jahren.  Peter Halban Publishers, London.
2001 - "Jewish Quarterly-Wingate Literary Prize for Fiction", London
2002 - Veröffentlichung der deutschen Übersetzung "Durch Bagdad fließt ein dunkler Strom", Eichborn Verlag, Frankfurt/M.
2003 - Preis der Jury der Jungen Leser, in Wien.
2004 - Taschenbuchausgabe von "Durch Bagdad fließt ein dunkler Strom" bei dtv, München
2006 - Veröffentlichung der französischen Übersetzung "Les coccinelles grises", Éditions de l'Archipel, Paris.
2007 - Veröffentlichung der amerikanischen Ausgabe "When the Grey Beetles Took over Baghdad", George Braziller, New York.

Impressionen