Was wir machen

Was wir machen

Die Stiftung ZURÜCKGEBEN ist die einzige Stiftung in Deutschland, die explizit jüdische Frauen in Kunst und Wissenschaft fördert. 1994 wurde sie gegründet, ein Jahr später konnten die erstenFördermittel vergeben werden. Seitdem hat ZURÜCKGEBEN etwa 180 Projekte jüdischer Frauen mit weit über einer halben Million Euro finanziell unterstützt.

Die Förderung erfolgt im Wissen um die Zerstörung der Arbeitsmöglichkeiten und Existenzen von Juden und Jüdinnen während des Nationalsozialismus. Auch nach der Schoa saßen vielen Juden und Jüdinnen in Deutschland auf “gepackten Koffern“, weil eine jüdische Zukunft hier nicht mehr vorstellbar schien. Seit den 1990er Jahren und auch Dank der Zuwanderung aus Ländern wie der früheren Sowjetunion und Israel ist jedoch eine zunehmend selbstbewusste Generation jüdischer Nachkommen herangewachsen, die bewusst in Deutschland lebt, an eine fast zerstörte jüdische Kultur anknüpft und jüdisches Leben in vielfältigen Facetten wieder aufbaut. Den Beitrag, den Jüdinnen heute wieder für Kultur und Gesellschaft in Deutschland leisten, möchte die Stiftung aufzeigen und sie dabei unterstützen. Dies erscheint uns um so wichtiger vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in unserer Gesellschaft, in der die Hälfte der Jugendlichen nicht mehr weiß, wofür Auschwitz steht, in der Politiker einer Partei den Nationalsozialismus als “Vogelschiss der Geschichte” bezeichnen und wieder Synagogen und jüdische Menschen angegriffen werden.

Stipendien der Stiftung erhielten und erhalten Jüdinnen jeden Alters und sehr verschiedener Herkunft, die in Deutschland leben – Filmemacherinnen, Bildende und Multimedia-Künstlerinnen, Tänzerinnen und Choreografinnen, Autorinnen, Musikerinnen, Kultur- und Sozialwissenschaftlerinnen, Historikerinnen, Ökonominnen und Physikerinnen. Es ist eine quasi individuelle Förderung der Nachkommen der kollektiv Geschädigten, die in vielen Fällen eine erstmalige öffentliche Würdigung der Arbeit der Stipendiatinnen darstellt und ihnen die Möglichkeit gibt, gesehen und gehört zu werden, aber auch eigene und kollektive Erinnerung(en) weiterzugeben. Unsere Stipendien werden einmal im Jahr vergeben. Ausschreibung und Bewerbungszeitraum finden Sie hier.